Der Aufschrei im Netz war riesig, als bekannt wurde, dass der wohl populärste Werbeanzeigen-Blocker, „Adblock Plus“, jetzt Kasse machen möchte. Das beliebteste Tool war schon seit ein paar Jahren unter starker Beobachtung, wer die Kollegen von „MobileGeeks“ verfolgt, wird hier schnell fündig werden.

Wir hatten bereits in einem Artikel auf die Funktionen von Adblocker, bzw. von Werbeanzeigen im Netz hingewiesen. Prinzipiell ist lästige Werbung nervig und man fühlt sich schnell bedrängt, allerdings dient eine wohl platzierte Werbeanzeige auf einer Seite vielen Zwecken: Für Hobby-Blogger sind sie eine Möglichkeit, die Seite, Wartungskosten, Serverkosten etc. zu finanzieren, im professionellen Medienbereich dient sie oftmals unter gewissen Umständen als Gehalt. Ganz klar ist: Wer Werbung mittels Blockern ausschaltet, nimmt vielen Kreativen die Chance, ihren Inhalt langfristig zu publizieren. Denn sind wir mal ehrlich, egal ob leidenschaftliches Hobby oder Beruf, jeder sollte für seine Arbeit, fair entlohnt werden.

Adblock Plus, bzw. die Eyeo GmbH veröffentlichte nun eine Pressemitteilung, die für Aufsehen sorgte. Das sogenannte „Whitelabeling“ (verboten) ist eine Methode, bei der man Webseiten freischalten lassen kann, deren Werbung man sehen möchte. Laut Adblock Plus sei es aber nie möglich gewesen, sich auf diese Whitelist gegen eine entsprechende Bezahlung setzen zu lassen. Wäre dies möglich, könnten sich Unternehmen gegen Summe XY diesen Service „erkaufen“ und ungehindert Werbung schalten lassen – trotz Werbeblocker. Adblock Plus geht nun mit der Acceptable Ads Platform in eine etwas „andere“ Richtung, jedenfalls so postuliert.

Wir finden, dass zwischen all den Diskussionen über Werbeanzeigen das Wesentliche aus den Augen verloren wird: wofür sind diese dienlich und wem schaden sie? Bevor man sich darüber Gedanken macht, welchen Adblocker man nutzen sollte oder wie man den Surfkomfort erhöhen kann, muss ein Umbruch im Denken geschehen. Qualitativen Inhalt sollte man auch (indirekt oder direkt) belohnen, in Zeiten des Massenkonsums wird schnell vergessen, dass hinter jedem gut recherchierten Artikel auch ein Mensch sitzt, der sich Zeit genommen hat, diesen zu verfassen.