Wer hat es denn nicht schon einmal erlebt? Wir surfen gerade im Netz und möchten eine bestimmte Website aufrufen, da poppt schon eine Warnung auf, die uns auffordert, den Adblocker auszuschalten. Manchmal wird dazu kurz erklärt, weshalb es für die Betreiber der Website wichtig ist, dass Werbung auf ihrer Plattform zu sehen ist. Dies stellt zumindest einen moderneren Ansatz dar, wie das z.B. gewisse Verlage zur Zeit handhaben. Die letzte Möglichkeit vieler Seiten ist es, Nutzer mit Adblocker komplett auszuschließen und den Content der Seite vollständig zu verweigern. Aber gibt es denn hierbei keine bessere und vor allem charmantere Alternative?

Genau das dachte sich auch der Branchenverband IBA (Interactive Advertising Bureau) und stellt ein Blocking-Skript inklusive einem Handbuch bereit, mit denen man sich gegen Adblocker zur Wehr setzen kann. Dieses Skript folgt einem bestimmten Muster, das sogenannte „D.E.A.L“-Verfahren – hierbei wird in einer bestimmten Abfolge der Nutzer direkt angesprochen:

  • Detect: Das Skript erkennt einen Adblocker, der gerade in dem Browser verwendet wird, um mit dem Nutzer in „Kontakt“ zu treten.
  • Explain: Der Nutzer bekommt den Sinn und Zweck der Werbung auf der Internetseite erklärt (oftmals steckt dahinter eine Finanzierungsmöglichkeit bei kleineren Seiten, um das meist kostenlose Angebot weiterhin zu gewährleisten).
  • Aks: Man wird aufgefordert, den Adblocker zu deaktivieren.
  • Lift or Limit: Entweder folgt man der Bitte und schaltet den Adblocker ab oder man ignoriert diese Warnung. Als Konsequenz kann man das Angebot der Website sehen oder wird vollständig davon ausgeschlossen.

Auch wenn dies in der Tat eine zeitgenössische Herangehensweise darstellt, möchten wir die Methode an dieser Stelle auch aus den Augen der Nutzer beleuchten. Natürlich ist es hilfreich, wenn eine Website völlig transparent kommuniziert, weshalb werbefinanzierte Anzeigen für den Betreiber wichtig sind. Diese Methode ist allerdings nicht wirklich neu oder innovativ, eine Abfrage und ein direkter Kontakt mit dem Nutzer gibt es schon lange. Viele Websites haben sich seit ein paar Jahren mit dieser Thematik beschäftigt und setzen gezielt auf eine offene und ehrliche Kommunikation. Dies schafft Vertrauen und auch eine gewisse Bindung beim Betrachten der Internetpräsenz, eine Art von Aufklärungsarbeit ist in jedem Fall sinnvoll.

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es nicht grundsätzlich die Werbung ist, die viele Nutzer Adblocker benutzen lässt, sondern vielmehr die Art und Weise wie geworben wird. Zum Glück ist das Zeitalter der nervigen Pop-up`s vorbei, es war zudem auch eine schleichende Entwicklung vom Pop-up-Blocker bis hin zum Adblocker. Werbung wird oftmals nicht als störend empfunden, sondern eher die Platzierung der Anzeigen, wenn das Sichtfeld eingeschränkt wird oder es den allgemeinen Lesefluss/Betrachtungsfluss der Website erheblich stört.

Hier liegen auch die Chancen des Skripts, wenn man mit einer gezielten und emotionalen Botschaft den Nutzer überzeugen kann, den Adblocker auszuschalten, sollte man sich auch mit dem Layout und der Ad-Platzierung auseinandersetzen. Somit schafft man einen Mehrwert für beide Parteien und kann somit vielleicht auch ein kleines Zeichen setzen, wie man Werbung in Zukunft attraktiver gestalten könnte.