Eine neue US-Studie fand heraus, dass Frauen bei Crowdfunding-Kampagnen tendenziell erfolgreicher sind, als Männer. Doch warum ist das so und welche Faktoren spielen hierbei eine wichtige Rolle?

Zuerst einmal muss man sich über die Begrifflichkeiten im Klaren sein, Crowdfunding beschreibt eine alternative Finanzierungsart, die sich im Gegensatz zu konservativen Investoren, wie z.B. Banken o.Ä., auf eine viel breitere Masse übertragen lässt. So können auch Privatpersonen Geldgeber sein und durch verschiedene „Beteiligungsmodelle“ davon profitieren. Was letztendlich der Mehrwert für den einzelnen Investor bedeutet, bleibt dem Projektstarter selbst überlassen. Dafür gibt es diverse Internet-Portale, die diese Dienstleistung des klassischen Vermittlers anbieten und auch einen gewissen Prozentsatz für sich einbehalten.

Wie anfänglich schon erwähnt, bewegt sich diese Finanzierungsform konträr zu einer konservativen Kapitalbeschaffungsstrategie: Das Projekt steht und fällt mit der Präsentation und der Informationsübermittlung, worum geht es bei dem Projekt überhaupt? Der Knackpunkt liegt darin, dass eine Idee vermittelt werden soll, unabhängig von einem schnellen messbaren Erfolg. Jeder, der schon mal mit einer Bank über eine „Idee“ gesprochen hat, wird jetzt schnell merken, dass man hier auf Granit stößt. Hier liegen die Stärken des Crowdfunding verborgen, je anspruchsvoller, attraktiver und emotionaler eine Botschaft übermittelt wird, desto erfolgreicher sind die Chancen auf eine Realisation des Projektes.

Genau dieser Frage sind auch zwei Forscherinnen nachgegangen, Andreea Gorbatai (Haas School of Business, UC Berkeley) und Laura Nelson (Kellogg School of Management, Northwestern University), beobachteten bestimmte sprachliche Muster in den Projektbeschreibungen und analysierten ob diese eher bei Frauen oder Männern zu finden sind.

Als Beobachtungsgrundlage dienten ihnen die Daten aus der Online-Plattform Indiegogo, bei der insgesamt 9.943 Kampagnen zwischen Februar 2010 und Dezember 2013 beobachtet und analysiert wurden. Wie bei jeder wissenschaftlichen Studie wurden hier vergleichbaren Unternehmen mit ähnlichen Zielen und Ausgangswerten verglichen. Als messbarer Erfolg wurde das in der beobachtetet Zeit gesammelte Geld festgelegt. Kampagnen, die eine hohe Emotionalität in der Projektbeschreibung aufwiesen, waren tendenziell erfolgreicher als jene, die mit Fachvokabular um sich warfen. Letztendlich waren Projekte am erfolgreichsten, wenn sie einen emotionalen Charakter besaßen, gewisse Wertevorstellungen vermittelten und ein Gemeinschaftsgefühl hervorriefen. Kalte und nüchterene „Investionsmöglichkeiten“ hatten hierbei geringeren Erfolg, Crowdfunding-Plattformen sind eben keine Banken.

Jetzt dürfen Sie zwei Mal raten, wer ein emotionales und positiveres Vokabular benutzte – Frauen oder Männer? Richtig, es war deutlich zu erkennen, dass weibliche Projektstarter eindeutig die besseren Ergebnisse erzielten, als ihre männlichen Kollegen. Auch im Umkehrschluss ist dies zu erkennen: Frauen schneiden tendenziell „schlechter“ bei konservativen Kapitalgebern ab, als Männer.

Genau das raten wir auch unseren Kunden: Nicht immer mit dem Kopf durch die Wand, sondern anfangs sich positionieren und schauen, wo man seine Ziele setzt. Möchte man in ein konservatives Geschäftsmodell oder einen konservativ geprägten Markt investieren, muss das Wording, der Projektauftritt und das Setting adaptiert werden. Ein flippige oder ausgefallene Idee hingegen darf auch mal auf eine emotionalere und gruppendynamische Ansprache fixiert sein.

Haben Sie auch eine Crowdfunding-Idee oder ein Projekt, bei dem Sie Unterstützung benötigen? Sprechen Sie uns jederzeit sehr gerne an, wir stehen Ihnen zur Seite!